Fakezone

»Dann ist das also Fake Love, was wir haben?« Sam schaut auf mich hinab, im Film tobt ein wilder Kampf und ich stelle erleichtert fest, dass unsere Turteltäubchen nach wie vor ihre Kleidung tragen. »Obwohl, genau genommen hast du mich gerade gefriendzoned.«

»Wir haben uns gegenseitig gefriendzoned. Nennen wir es Fakezone.«

»Okay, Melissa, Willkommen in der Fakezone.«

»Was bedeutet Fakezone?«, murmelt Sarah zwischen zwei Küssen und beweist, dass sie hervorragend mehrere Dinge gleichzeitig tun kann.

»Du musst flüstern«, zische ich Samuel an.

»Fakezone ist aus dem Film«, beantwortet er Sarahs Frage und beweist, dass er echt fix im Kopf ist. »Die Maschinen geben den Menschen ja nur vor, ihr Leben zu leben. Und die Zone …«

»Ja ja, schon gut … so genau wollte ich es nicht wissen.«
Chris lacht laut auf. »Sag ich doch, Kumpel, der Film ist abtörnend.«

Melissa

Der Typ hat die geilste Stimme, die ich je gehört habe. Leider macht die Optik jede Anziehung kaputt. Kurz schließe ich die Augen und lausche seinen Worten. Aber ich kann ja nicht für immer blind durch die Gegend laufen, nur weil mich diese Stimme so anmacht.

Ehe ich mich versehe, sage ich ihm genau das.

Samuel

Die Kleine ist ganz niedlich. Ihre spitze Zunge ist allerdings eine echte Waffe und hat mich gerade in Grund und Boden gerammt. Dabei dachte ich eh schon, völlig fertig zu sein.

Melissa und Sam begegnen sich an einem katastrophalen Abend, an dem beide dringend Trost benötigen. Trotzdem gibt es null erotische Anziehung zwischen ihnen. Die ideale Voraussetzung für eine Freundschaft zwischen Mann und Frau.
Oder doch nicht?

Leserstimme not.enough.pages:

FakeZone ist definitiv anders als alle New Adult Romane, die ich zuvor gelesen habe. Es bewegt sich fernab vom Mainstream und ist soo humorvoll. Ich hatte noch nie so viel Spaß beim Lesen.

Blick hinter die Kulissen

Der Mann im NA-Buch sieht immer unglaublich gut aus!
Auf den ersten Blick ist die weibliche Hauptperson hin und weg und denkt nur noch, wie sexy er doch ist, wie unglaublich perfekt er doch ist, wie sehr er sie anmacht.

Das wahre Leben sieht anders aus!
Die meistens Jungs sind ganz normale Typen, haben ihre Stärken und Schwächen und keine Frau ist ihnen auf den ersten Blick verfallen und rettungslos in sie verliebt.
Samuel ist so ein ganz normaler Mann. Und Melissa steht nun mal auf den typischen Bad Boy, den Typ Mann, bei dem alle Frauen schwach werden.
Ja – das ist oberflächlich!

Ich breche also direkt mal zwei Tabus in Fakezone …

… die männliche Hauptperson ist nicht Sexiest Man Alive.
… die weibliche Hauptperson ist ganz und gar nicht perfekt, sondern muss ehrlicherweise oberflächlich genannt werden! Was sie auch mehr als einmal im Verlauf der Geschichte zu hören bekommt.

Viel Spaß damit!

Sind meine Protagonisten immer so untypisch?

Ja und nein …

In Ginger ist es der Fall. Fee ist nicht nur schön, sondern stark und fröhlich und selbstsicher … für manche ein wenig zu sehr. Und Ben? Ben steckt voller Unsicherheiten und Komplexe. Viele Leserinnen können sich mehr mit ihm identifizieren und fühlen und leiden mit der männlichen Hauptperson.
Wieso auch nicht.

In Fawn dagegen bediene ich die typischen Klischees hemmungslos. Hannah, das scheue Reh, das definitiv eine gute Portion Selbstvertrauen gebrauchen kann und Jackson, der das Bad Boy – Klischee par excellence verkörpert.

Beide Konstellationen haben ihren Reiz.
Ich bin Klischees nicht grundsätzlich abgeneigt, aber ich finde es schrecklich, wenn man sie bedienen muss.
Und du?

Melissa

»Samuel, du bist ein Arschloch«, lasse ich ihn wissen.
»Wieso das denn bitteschön? Weil ich dir nicht an die Wäsche will?«
»Weil du ein Mann bist. Du hast es mir doch gerade selbst erklärt.«
»Ich habe dir erklärt, warum dein Phil ein Arschloch ist. Und du hast mir versprochen, danach nicht sauer auf mich zu sein.«

Sam

Zögernd lege ich den Arm um sie und Melissa schmiegt sich noch näher. Was für eine erbärmliche Tatsache, dass sich ausgerechnet das Mädchen, das so überhaupt nicht auf mich steht, so perfekt neben mir anfühlt. Eine Weile schweigen wir und hängen unseren Gedanken nach.

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